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UnionsabgeordneteÖffnung der Ehe: Wie werden CDU und CSU abstimmen?

Morgen wird über die Öffnung der Ehe für Homosexuelle abgestimmt. Wie stimmt die Union? Eine Übersicht von Erklärungen der Unions-Abgeordneten.

© Deutscher Bundestag / Achim Melde

  • Matthias Hauer: Ja

  • Maik Beermann: Ja

  • Heike Brehmer: Nein

  • Marco Wanderwitz: Nein

  • Cajus Caesar: Nein

  • Stefan Kaufmann: Ja

  • Gerda Hasselfeldt: Nein

  • Lena Strothmann: Ja

  • Thomas Mahlberg: Nein

  • Annette Widmann-Mauz: Nein

  • Peter Tauber: Ja

Du hast weitere Erklärungen im Netz gefunden? Bitte melde dich per Twitter (@parlementarisme) oder E-Mail nachricht@parlementarisme.de. Informationen zur Abstimmung selber findest du hier.

Matthias Hauer, CDU

Sofern es dann zur Abstimmung über den Gesetzentwurf des Bundesrates „zur Einführung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts“ kommt, werde ich dem Gesetz zustimmen.

Ich unterstütze seit Jahren die Öffnung der Ehe für homosexuelle Partnerschaften und halte gleichzeitig die Familie mit Kindern für den Kern unserer Gesellschaft. Das ist kein Widerspruch. Heterosexuelle Paare verlieren nichts dadurch, wenn zwei Menschen gleichen Geschlechts ebenso heiraten dürfen. -

JaQuelle

Maik Beermann, CDU

Die heutige Gewissensentscheidung, in der ich ganz persönlich mit „Ja“ stimmen werde, birgt die Möglichkeit, eine moderne und ebenso an unseren christlichen Werten orientierte Politik mitzugestalten. Dass zwei Menschen in der Ehe verbindlich füreinander einstehen, ist ein Grundwert meiner Union. Solche Werte bieten Orientierung. Ein Leben lang - in guten wie in schlechten Zeiten - finanziell und fürsorglich füreinander einstehen. Dies sind genau die bürgerlichen Werte von Verlässlichkeit, von Freiheit, Verantwortung und von Zusammenhalt, wegen derer ich einmal in die CDU eingetreten bin. -

JaQuelle

Heike Brehmer, CDU

Die SPD will das Thema mit den Stimmen der Linken und der Grünen am letzten Sitzungstag der Wahlperiode übereilt und ohne vorherige Beratungen auf die Tagesordnung hieven und in letzter Minute gesetzliche Änderungen erzwingen. Laut Bundesjustizminister Maas ist eine Änderung des Grundgesetzes nicht vorgesehen und lässt somit Rechtsunsicherheiten offen.

Ich werde bei der Abstimmung am Freitag mit „Nein“ stimmen.

-

NeinQuelle

Marco Wanderwitz, CDU

Es gibt bis auf den Begriff und die Unmöglichkeit der Volladoption heute faktisch keine Unterschiede mehr zwischen dem Rechtsinstitut der Ehe und dem der eingetragenen Partnerschaft. Es gibt also keine Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften in unserem Land

[...]

Die Ehe ist im Verständnis vieler Menschen in unseren Land Frau und Mann vorbehalten, insbesondere wegen der Möglichkeit der Ehepartner gemeinsame Kinder zu zeugen. Dazu sagte unsere Kanzlerin bei "Brigitte", dass gleichgeschlechtliche Paare die gleichen Werte leben – aber doch ist es für viele Menschen etwas anderes, als die Bindung von Mann und Frau.

[...]

Wir habe im Gegenteil alle uns im Verfahren stehenden Möglichkeiten diese Abstimmung zu verhindern genutzt. Leider letztlich erfolglos. Die Mehrheit entscheidet in der Demokratie. Das ist zu akzeptieren.

Nach alledem werde ich aber mit Nein stimmen.

-

NeinQuelle

Cajus Caesar, CDU

Für mich ist eine Ehe eine vertrauensvolle Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau aus der dann auch Kinder, also neues Leben, hervorgehen kann. Die Ehe ist die Keimzelle der Familie. Das klappt gleichgeschlechtlich nicht. Es darf keinen Schnellschuss geben. Dagegen gibt es aus meiner Sicht aus auch verfassungsrechtliche Bedenken.

Deshalb werden ich bei der namentlichen Abstimmung gegen den Gesetzentwurf stimmen.

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NeinQuelle

Stefan Kaufmann, CDU

Ich werde für die Öffnung der Ehe stimmen. Das ist ein emotionaler Moment für mich.

[…]

Einige Kollegen haben mir signalisiert, dass sie für die Eheöffnung stimmen wollen. Andere sind dagegen und versuchen das auch verfassungsrechtlich zu kritisieren. Ein nicht ganz kleiner Teil von Kollegen fühlt sich etwas überrollt, auch weil sie keine Zeit hatten, die Basis mitzunehmen. Sie haben die Sorge, im Wahlkampf Nachteile zu erleiden, obwohl sie persönlich vielleicht für die Eheöffnung sind. Einige Nein-Stimmen werden der Situation geschuldet sein, dass es zu wenig Zeit gab und wir uns im Wahlkampf befinden. -

JaQuelle

Gerda Hasselfeldt, CSU

Die Ehe von Frau und Mann steht unter dem besonderen Schutz des Staates. Nur aus dieser Verbindung können auf natürlichem Wege Kinder entstehen. Das kann man nicht relativieren -

NeinQuelle

Lena Strothmann, CDU

Ich bin für eine Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare und werde morgen daher mit Ja stimmen. Als Christin fälle ich meine Entscheidung auf der Basis von christlichen Werten wie Toleranz und Nächstenliebe. Jeder soll so leben können wie er will

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JaQuelle

Thomas Mahlberg, CDU

Für mich steht der Begriff Ehe für eine Beziehung von Mann und Frau. […]Die Familie steht unter besonderem Schutz. -

NeinQuelle

Annette Widmann-Mauz, CDU

Wo gleiche Werte gelebt, Rechte und Pflichten gegenseitig gewährt und übernommen werden und wo das Füreinander-Einstehen zum verbindlichen Lebensziel erklärt wird, sollten deshalb auch gleichwertige rechtliche Maßstäbe angelegt werden. Aus diesem Grund befürworte ich die volle rechtliche Gleichstellung der ‎eingetragenen Lebenspartnerschaft und setze mich dafür ein, dass neben der Ehe auch die eingetragene Lebenspartnerschaft unter den besonderen Schutz unserer Verfassung in Artikel 6 Grundgesetz gestellt wird.

[…]

Dennoch werde ich den zur Abstimmung stehenden Gesetzesentwurf des Bundesrats zur Einführung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts (Drucksache 18/6665) nach reiflicher Überlegung ablehnen:

Nach ständiger, auch jüngster Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts geht der Ehebegriff des Grundgesetzes von einer Verschiedengeschlechtlichkeit der Partner als Wesensmerkmal der Ehe aus. Eine Umdefinition des Begriffs „Ehe“, der in erster Linie historisch, kulturell und religiös besetzt ist, kann nach meinem Rechtsverständnis nicht einfach-gesetzlich ohne eine Verfassungsänderung neu definiert werden.

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NeinQuelle

Michael Brand, CDU

Aus gutem Grund bleibe ich bei meiner Haltung und werde das Gesetz von SPD, Grünen und Linken ablehnen, denn Ehe und Familie stehen unter besonderem Schutz des Grundgesetzes.

[…]

Es gibt einen übergroßen und richtigen Konsens, dass es Diskriminierungen nicht geben darf. Deshalb haben wir ja auch eine Reihe notwendiger Gleichstellungen bei Betreuung, wechselseitigen Vertretungen, im Steuerrecht und mehr entschieden. Bei der jetzigen Debatte geht es in Wahrheit um das Adoptionsrecht. Ich bleibe bei der Auffassung, dass es für Kinder besser ist, Vater und Mutter zu haben, es geht hier in erster Linie um das Kindeswohl.

[…]

Als CDU/CSU haben wir heute gegen die Aufsetzung des Gesetzentwurfes auf die Tagesordnung des Bundestages votiert. Ich muss zugeben, ich hätte mir gewünscht, dass die Kanzlerin sich zurückgehalten hätte – was eine Gewissensentscheidung ist, wird nicht von oben entschieden, da muss sich jeder Abgeordnete selbst prüfen. -

NeinQuelle

Peter Tauber, CDU

Ich werde für die Öffnung der Ehe auch für gleichgeschlechtliche Paare stimmen und möchte diesen Schritt gerne begründen.

[…]

Mir ist vorab wichtig: Ich habe Respekt vor anderen Meinungen. Darum finde ich es teilweise unerträglich, mit welchen Vorwürfen und Attacken diejenigen bedacht werden, die sich gegen eine Öffnung von Ehe für gleichgeschlechtliche Paare stellen. Auch sie haben Argumente, die man nicht teilen muss, aber die Gehör verdienen. Dies gilt ganz besonders für Menschen katholischen Glaubens, für die die Ehe zwischen Mann und Frau ein heiliges Sakrament ist, aber allgemein für jeden, der eine Öffnung der Zivilehe mit seinem christlichen Eheverständnis nicht überein bringen kann. Denn am Ende ist eine Gewissensentscheidung immer mit den Werte- und Moralvorstellungen eines jeden Einzelnen verbunden.

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JaQuelle

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